Samstag, 2. August 2014

Mais, Baumwolle oder Uran? - Rohstoffe im Fokus

So, es ist so weit, mein erster echter Blog-Eintrag.

Es geht um ein Thema, das mich seit einigen Tagen beschäftigt - nämlich Rohstoffe.

In den letzten Tagen habe ich mir die wichtigsten Rohstoffe angesehen und drei identifiziert, die ich näher analysieren will. Rohstoffe wie Mais und Weizen habe ich schon länger in meiner Watchlist, aber jetzt ist die Zeit gekommen, dass sie interessant werden. Wenn ich interessante Aktien oder Indizes entdecke, den Preis aber noch nicht attraktiv genug für ein Investment finde, dann kommen sie in meine Watchlist und werden beobachtet. Vielleicht werden sie mal interessant, vielleicht auch nicht. Aktuell enthält meine Watchlist ca. 40-50 Positionen.

Jetzt aber zum eigentlich Thema. In den letzten Tagen und Wochen sind einige Rohstoffpreise stark gefallen, darunter auch Mais. Aus diesem Grund hatte ich mich intensiver damit beschäftigt und drei Rohstoffe gefunden, die in die engere Auswahl gekommen sind: Mais, Weizen und Uran.

Beginnen wir mit Mais. Hier ist der Preis in den letzten drei Monaten von $5 auf $3,55 gefallen. Einheit bei Mais ist Bushel, eine US Volumeneinheit. Etwa 39 Bushel entsprechen einer metrischen Tonne. Damit kostet eine Tonne Mais aktuell ca. $140. Grund für den Preisverfall sind die sehr guten Ernten in den USA und damit höher als erwartete Lagerbestände.
Die United States Department of Agriculture (USDA) veröffentlicht regelmäßig die Preise von Agrarprodukten der USA, im folgenden Chart zu sehen. Die Daten sind nicht tagesaktuell, daher ist der Einbruch auf $3,55 bzw. $140/to hier noch nicht zu sehen.

Maispreis seit 2005
Maispreis seit 2005
















Der Maispreis seit 1980 sieht wie folgt aus. Die Daten stammen von Markt-Daten.de

Maispreis seit 1980
Maispreis seit 1980
















Auffällig hierbei ist, dass seit 2006 der Preis extrem angezogen hat und sich dann sehr volatil entwickelt hat. Die Angaben in diesem Chart sind pro Tonne, hier ist der aktuelle Preis von ca. $140 noch nicht im Chart zu sehen.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob $3,55 nicht ein fairer Preis ist, angesichts der Preise vor 2006. Dazu bemühe ich mich den aktuellen Produktionskosten, da Einflüsse wie Inflation und Produktivitätssteigerungen seit 1980 schwer einzupreisen sind in solch einem Langzeitchart.
Wenn man von 180 Bushel pro Hektar ausgeht, dann liegen die Produktionskosten bei ca. $4,50, so die Angabe mehrerer US-Farmseiten im Internet:
Depending on the rotation, crop production costs vary. For corn following soybeans, with a medium yield of 180 bushels of corn per acre, $4.29 per bushel is the estimated corn production cost for 2014. For corn following corn, ISU estimates a cost of $4.97 per bushel. So somewhere between $4.29 and $4.97 will be the cost of production for corn in Iowa in 2014, notes Johnson.
Damit bestätigt sich das Bild, dass Mais aktuell unter dem fairen Wert gehandelt wird. Den fairen Wert würde ich konservativ bei den Produktionskosten von $4,50 ansetzen. Damit ist Mais ca. 20% unter den US Produktionskosten 2014 bewertet. Die USA sind der weltweit größte Produzent, mit ca. 270 Mio. Tonnen des weltweit 870 Mio. Tonnen produzierten Mais pro Jahr (2012).
Durch die besten Ernten seit 15 Jahren ist der aktuelle Preis für einen kurzem Zeitraum gerechtfertigt aber mittelfristig sollten sich wieder deutlich höhere Preise ergeben. Auch wenn Spekulanten die Preise beeinflussen, ein Preis von $3,55 ist auf lange Zeit nicht wirtschaftlich genug für die Produzenten.

Mein Kursziel für Mais liegt bei $5, damit wäre ein Investment attraktiv. Dafür wähle ich einen doppelt gehebelten open end Long ETFS mit der WKN A0V9YV. Das Fünf-Jahrestief liegt etwa im jetzigen Preisbereich. Natürlich kann Mais weiter auf Talfahrt gehen, ich sehe da aber nicht mehr viel Spielraum. Bei einem Verfall unter die $3 kann man über ein Nachkaufen der Long Position nachdenken.

Ich hoffe euch hat die kleine Analyse gefallen. Die Analysen zu Baumwollen und Uran gibt es dann in einem weiteren Artikel.

Viel Erfolg beim Investieren, nobody.

Kommentare:

  1. Hallo,

    wenn man davon ausgeht, dass der Maispreis derzeit unter dem Herstellungspreis liegt, dann müssten die ja nächstes Jahr weniger Mais anbauen, damit der Preis wieder steigt...

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  2. Hallo, das ist kein schlechter Gedanke. Jedoch sehe ich darin kein Problem. Die weltweite Maisernte ist ist seit 2008 stetig gestiegen.

    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/28884/umfrage/erntemenge-von-getreide-weltweit/

    Der einzelne Bauer hat auch keine Einfluss auf die Marktpreise und weiß, dass sie teilweise starken Schwankungen unterliegen. Und selbst wenn sie jetzt weniger anbauen würden, der Preis würde steigen, was meiner Prognose ja entgegen kommen würde.
    Ich danke dir für dein Kommentar.

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  3. Kleine Zwischeninfo, ich habe jetzt den ETF A0V9YV für 4,43€ gekauft. Kursziel für mich sind 8,90€.

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