Donnerstag, 31. Oktober 2019

2019 - das Jahresende naht und: "Die Fehler der Vergangenheit"

Hello again, nach mehreren Monaten sitze ich wieder vor dem PC und schreibe ein paar Zeilen in diesem Blog. Es ist interessant die alten Posts zu lesen, unter anderem "Mein Portfolio - Mai 2015".

Viele Aktien von damals sind nicht mehr in meinen Portfolio, was angesichts der aktuellen Kurse sehr schade ist. Den BVB und auch BVZ aus der Schweiz habe ich zwar mit 50% bis 100% Gewinn verkauft, heute würde der Buchgewinn jedoch 220% und 340% betragen. Nicht eingerechnet sind die Dividenden. Auch die Citigroup hätte ich behalten sollen, statt "das schnelle Geld" zu machen.

Mein Portfolio 2015 und die Rendite Ende 2019

Wenn ich mir das so betrachte, dann komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass einer der größten Fehler beim langfristigen Aktieninvestment das verkaufen ist. Die beste Strategie ist buy and hold. Das ist nicht immer sinnvoll, möglicherweise nimmt man die ein oder andere Krise mit, aber über die Jahre ist man der Gewinner.

Manchmal ist man aber auch zu zaghaft. In meiner Analyse der Automobilaktien aus 2015 bewerte ich das Risiko bei VW, aufgrund der Dieselkrise, als sehr hoch. Ein Kurs von 100€ pro Aktie scheint mir nicht sehr attraktiv. Wie sich herausgestellt hat, waren die 100€ der Boden der Krise, heute ist VW wieder bei 170€.

VW Aktie Kursentwicklung der letzten 5 Jahre

Das sollen nur mal zwei Rückbetrachtungen sein. Natürlich ist man nie perfekt im Timing oder der Auswahl der Aktien, jedoch lohnt es sich, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. 

Was gibt es neues?

Ich habe zu meinem Wikifolio zwei neue Titel hinzugefügt. Einmal British American Tabacco (BAT) und einen ETF auf die Telekommunikationsbranche von Europa: ISHRS STX600 TELECOMMUNICATIONS

Der ETF hat in den letzten fünf Jahren (bei dem heutigen Kurs von 23€) über 6% Ausschüttung p.a. generiert. In 2019 waren es 0,80€, gleich 3,5%. 

Ausschüttung ETF Telekommunikation Europa

Ich habe lange überlegt ob ich die Deutsche Telekom kaufen soll oder vielleicht Freenet oder 1&1 Drillich? Jedes Unternehmen hat Vor- und Nachteile. Die Telekom hat das beste Netz, 1&1 Drillich hat 5G Lizenzen in Deutschland erworben, Freenet zahlte zuletzt eine super Dividende......

Bevor ich mich eventuell falsch entscheide, mache ich es mir leicht und kaufe direkt den europäischen Index der Telekommunikationsbranche. Ebenso wie die der einzelnen Unternehmen, ist der Kurswert aktuell recht niedrig, daher steige ich ein. Der ETF kostet pro Jahr 0,46% an Gebühren und wird physisch (vollständige Replikation) von Black Rock abgebildet. 

BAT (British American Tabacco) habe ich schon länger auf dem Schirm und nach dem letzten Kursverfall will ich nun zuschlagen. 

Kursverlauf BAT
Die Dividendenhistorie ist ein Traum und die aktuelle Dividendenrendite liegt bei etwa 7%. 
Dividendenhistorie BAT

Das KBV liegt bei etwa 1 und die Eigenkapitalquote bei ca. 45%. Auch im Vergleich zu der Konkurrent kommt BAT gut weg. Bestes KVG, beste Dividendenrendite. :)

KGV Tabakaktien
Branchenvergleich KGV

Dividendenrendite Tabakaktien
Branchenvergleich Dividendenrendite in %

Damit soll es das vorerst wieder gewesen sein, ich hoffe das lesen war recht kurzweilig. In Sachsen ist heute Feiertag, daher verabschiede ich mich jetzt und wünsche euch eine gute Zeit.

Viele Grüße,
nobody

Donnerstag, 10. Januar 2019

Das Börsenjahr 2018 und drei deutsche Aktienkäufe

Nach über einem Jahr Blog-Pause, melde ich mich wieder zurück und schreibe ein paar Zeilen. Es ist nicht so, dass ich inaktiv war, doch da privat viel zu tun war, blieb wenig Zeit zum Schreiben.

Das Börsenjahr 2018 war mal wieder ein sehr spannendes wie ich finde. Der DAX hat zweistellig verloren und einige Unternehmen hat es voll erwischt. Ich sage nur GE, Gerry Weber, Deutsche Bank, Daimler, Ford, H&M, usw. Vielleicht ist das der Beginn einer umfassenden Markkorrektur, vielleicht auch nicht. Einzelne Unternehmen hat es jedenfalls hart getroffen.

Dazu kam im Jahr 2018 die größte Zinserhöhung in den USA seit 2006. Nach Jahren (2009 bis 2016) der 0,x% Leitzinsen ist der US-Leitzins aktuell bei 2,25%-2,50%. Die EZB ist wie immer beim Leitzins ca. ein bis zwei Jahre zeitversetzt hinterher aber hat bereits das Anleihenkaufprogramm beendet.

Ich habe 2018 einige Aktien und zwei Zertifikate gekauft. Darüber möchte ich aber hier nicht detailliert schreiben, da die Entscheidungen bereits mehrere Monate her sind. Zu den Käufen 2018 gehören: Gerry Weber, H&M, Ford, Steinhoff und Office Depot. Dazu kommt Kaffee (long) und NYSE Arca Gold Bugs (Sammlung von Goldminenunternehmen).

Zuletzt habe ich mich mit mehreren Titeln befasst, die in letzter Zeit teilweise stark gefallen sind, trotz (noch) sehr guter Kennzahlen. Ich habe sie miteinander verglichen und mich für drei Aktien zum Kauf entschieden.

In der Auswahl waren: BMW, Daimler, BASF, Bayer, Fresenius, Commerzbank, Dt. Telekom und Swatch Group. Viele Unternehmen beobachte ich schon seit Monaten, da ich sie gern in mein Depot aufnehmen würde, es ist jedoch wie immer eine Frage des Kaufpreises. Nun habe ich die aktuellsten Zahlen für die Unternehmen zusammengetragen und verglichen. Mein Fokus lag auf dem KBV (das mag ich sehr), der Ertragskraft (Umsatzrendite) und der Dividende (%-Anteil und Ausschüttungsquote).

Da ich mit Ford bereits einen Autotitel besitze, wollte ich nicht BMW und Daimler kaufen. Von den Kennzahlen her, hätte ich sonst beide genommen. Aufgrund der höheren Umsatzrendite und der geringeren Ausschüttungsquote habe ich mich knapp für BMW entschieden.

Bayer und BASF sind die nächsten im Duell. Beide mit überzeugenden Zahlen aber doch zu ähnlich, als das ich beide nehmen will. Ich habe mich für BASF entschieden. Ehrlich gesagt, vor allem wegen dem Risiko durch die Monsanto Übernahme. Darunter leidet das Image von Bayer doch sehr, wie ich finde. Auf der anderen Seite überzeugen mich aber auch die Zahlen von BASF. 45% Eigenkapital bieten eine gewisse Sicherheit in schwierigen Zeiten. 9% Umsatzrendite und 5% Dividende versüßen das Paket mit regelmäßigem Cash Flow in die Aktionärstasche. Das KBV von 1,6 ist für eine solche Dividendenaktie attraktiv. Das KGV von 11 in 2018 ist ebenfalls attraktiv. Passt also.

Fresenius ist ebenfalls ein Dividendenklassiker. Ich habe mich aber am Ende doch dagegen entschieden. Das KBV ist gut, die geringe Ausschüttungsquote der Dividende ist super! Ebenfalls wird seit 26 Jahren in Folge die Dividende jährlich erhöht. Leider ist mir die Dividende mit rund 2% zu gering. Reizvoll und unter Beobachtung bleibt die Aktie trotzdem.

Ebenfalls schon lange im Fokus ist die Commerzbank. Irgendwie traue ich der mehr zu als der Deutschen Bank, Stichwort Rechtskosten. Nun war der Preis so reizvoll, dass ich zuschlagen musste. Die Argumente: KBV von 0,3; eine Umsatzrendite 2018 von 11% und eine Dividende von 3% mit zukünftigen Steigerungspotential, bei einer Ausschüttungsquote von nur 27%.

Ausgeschieden sind die Deutsche Telekom und die Swatch Group. Bei der Telekom ist mir die Kombination aus hohem KBV, geringer EK-Quote und sehr hoher Ausschüttungsquote zu unattraktiv. Die Swatch Group hat eine tolle EK-Quote und Umsatzrendite, jedoch ist mir das KBV zu hoch und die Dividende zu gering. Trotzdem eine interessante Aktie.

Alle aktuellen Hot Stocks und die Wertentwicklung seit meinem Kauf, könnt ihr am besten auf meinem Wikifolio nachsehen und verfolgen.

Beste Grüße an alle Leser!