Sonntag, 26. Oktober 2014

Die europäische Schuldenunion

Das Thema europäische Schuldenunion im Zusammenhang mit der hohen Staatsverschuldung ist aktueller den je. Die EU und EZB haben seit 2008 alles getan, um den Euro und die Euro-Länder zu "retten". Es gibt diverse Rettungsschirme und Mechanismen, um Stabilität in die EU und den Euro zu bekommen.

Die EU und die EZB sind bereits jetzt "All-In". Es wird also alles riskiert, um die Gegenspieler zum aussteigen zu bewegen. Das Problem ist, dass der größte Gegenspieler der Markt ist. Und langfristig gewinnt der Markt immer. Die Alternative ist eine Staatsstruktur wie in Nordkorea, dann verschwindet auch der Markt. 

Aktuell sind die Zinsen -sowohl für Privatanleger, Banken, als auch für Staaten im Euroraum- so niedrig wie nie zuvor. Eine 10-Jährige deutsche Staatsanleihe bringt aktuell 0,8% Zinsen. In Griechenland sind es 7,4%, in Spanien 2,2% und in Italien 2,5%. Besonders die niedrigen Zinsen in den Südländern sind nur möglich, da die EZB versprochen hat -im Notfall- in unbegrenztem Maße Staatsanleihen aufzukaufen, um damit den Zins niedrig zu halten und die Käufer "zu beruhigen". 

Die EZB hat Staatsanleihen von EU-Südstaaten aufgekauft, was gesetzlich verboten ist. Unmittelbare Staatsfinanzierung ist laut Gesetz nicht die Aufgabe der EZB. Die Antwort der EZB? Sie kaufe die Anleihen ja nur von Banken, nicht von Staaten, also sei es nicht unmittelbar......  Was soll man dazu noch sagen?!

Doch vergessen wir nicht die Ursache der "Schuldenkrise". Es war die Rettung der Banken. Und das auf Kosten der Staaten. Bisher haben die Staaten für die Banken bezahlt. Jetzt, wo die Staaten klamm sind, wer wird da wohl für die Staaten zahlen? Richtig, der Steuerzahler. Aber diesmal spürbar, das steht fest. 

Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder eine Schuldenunion, bei der die reichen Länder, ähnlich dem Länderfinanzausgleich in Deutschland, für die ärmeren zahlen oder die Auflösung des Euro in der heutigen Form. Die unwissenden europäischen Staatslenker lassen sich dabei gern von Mario Draghi leiten.

Wer jetzt denkt: "Ja, Ja, das betrifft mich alles nicht und die machen das schon.", dem kann ich nur sagen: "Wir sprechen nochmal zu diesem Thema. Vielleicht in einem Jahr, oder erst in fünf Jahren, aber es wird definitiv zu harten Einschnitten kommen. So oder so.".

Nun möchte ich das Wort ein paar anderen Übergeben.

Was ist der ESM genau?

Einfluss von Goldman Sachs auf die Politik (mit Humor aber inhaltlich korrekt)

Gregor Gysi erklärt dem Bundestag 2012 was ESM bedeutet, leider hört niemand zu.


Hoffen wir das Beste für die EU und Europa. 

Sonntag, 19. Oktober 2014

Die Suche und Recherche interessanter Aktien

Wie findet man interessante Aktien und wo findet man schnell die besten Informationen zu der Aktie und dem Unternehmen?
Bei der Suche gibt es verschiedene Wege. Als Erstes sollte man im Alltag aufmerksam sein. Interessante Unternehmen kann man auf diese Weise finden. Zwar nicht häufig aber es geht. Erzählt beispielsweise jemand aus der Branche in der er arbeitet, lohnt es sich unter Umständen zuzuhören. Oder findet man selbst ein Produkt gut? Es gibt ein Unternehmen was es verkauft und vielleicht steckt ja eine attraktive AG dahinter.

Neben dem Aufmerksam sein kann auch gezielt gesucht werden. Dazu gibt es viele Webseiten, die einem die Arbeit stark erleichtern. Es lassen sich tausende Aktien nach diversen Kriterien filtern.

Doch Moment. "Interessante Aktien"? Was heißt das denn genau?
Es bedeutet, dass eine Aktie auf den ersten Blick so attraktiv erscheint, dass sich eine tiefere Analyse lohnt. Der erste Blick beschränkt sich meist auf eine kurze Betrachtung der Eigenkapitalquote, des Working Capital, des Gewinns der letzten Jahre, des KBV, des Cash Flow und natürlich der Marktkapitalisierung. Das Ganze dauert umso länger, je positiver die Daten sind. Bei Facebook z.B. sehe ich nach einer Minte, dass es für mich kein attraktives Investment ist. Da genügt ein Blick auf das KBV von 88 und ich bin raus.

Wenn ein Unternehmen nach dem ersten Blick immer noch interessant erscheint, dann lohnt sich eine tiefere Analyse. Diese kann mehrere Tage oder Woche dauern. Nicht das so viel Zeit benötigt wird aber die vielen Informationen müssen erst verdaut werden. Zudem hat man ja nicht jeden Tag Zeit oder Lust sich damit zu beschäftigen.

Die Suche nach interessanten Aktien

Für die Suche bieten sich sogenannte Stock Screener an. Dort kann man verschiedenste Filter setzen und damit nach Aktien suchen, die den eigenen Kriterien entsprechen. Es gibt viele verschiedene Webseiten, ich möchte eine davon genauer vorstellen.

Financial Times Stock Screener

Der FT Stock Screener bietet relativ viele Filter und ich finde ihn recht übersichtlich.
Es können mehrere Regionen und einzelne Sektoren/Industrien ausgewählt werden. Ich nehme als Regionen meist Nordamerika und Europa. Asien würde ich ausschließen, sonst habt ihr viele Unternehmen aus Hongkong und China als Treffer. Diese Länder sind für mich aktuell nicht interessant, da zu viele Unsicherheiten bestehen.

Financial Times Stock Screener - Region und Industrie
Region und Sektor im FT Stock Screener auswählen

Jetzt gilt es die Kriterien für die Suche festzulegen. Die Auswahl ist nicht riesig aber ausreichend. Ich empfehle nicht zu viele Kriterien zu nehmen, da es sonst unübersichtlich wird. Lieber klare und wiederholbare Einstellungen. Als Beispiel wähle ich ein KBV kleiner 0,7, ein Return-on-Equity größer 15% und eine Fremdkapitalquote kleiner 25%. Andere Kriterien sind selbstverständlich auch möglich, das ist nur ein Beispiel.

Financial Times Stock Screener - Kriterien
Kriterien im FT Stock Screener auswählen

Es ergeben sich 72 Treffer, die man sich nun ansehen kann. Ich sortiere die Ergebnisse absteigend nach Marktkapitalisierung und gehe sie dann einzeln durch.

Unter "View and Edit Criteria" könnt ihr die Einstellungen ändern. In diesem Fall ist das nötig, da ich nur nach Marktkapitalisierung (Market Cap) sortieren kann, wenn ich das Kriterium auch hinzugefügt habe.

Nun schaue ich nach Region und Sektor in der Ergebnisliste. Russland, Türkei und ähnliche Länder sortiere ich meist gedanklich aus, da dort die Marktbedingungen recht undurchsichtig sind. Der Finanzsektor ist ebenfalls mit Vorsicht zu genießen.

Mein erster Treffer ist Gazprom. Wenn die einzelne Region, die Kennzahlen und der Sektor interessant erscheinen, kann man auf die Aktie klicken und sich einen ersten Überblick verschaffen. Dazu eignet sich der Reiter "Financials".

Financial Times Stock Screener - Treffer
Informationen zu Gazprom auf FT.com

Hier gibt es erste Informationen zu den Fundamentaldaten. Unter "Summary" ist die technische Entwicklung der Aktie zu sehen.

Seid ihr nach dem ersten Blick immer noch interessiert, dann kann es in die tiefere Analyse gehen.

Andere Screener

Der Finviz Screener ist ein weitere Aktienscreener. Die Einstellungsmöglichkeiten sind groß. Für die Recherche zu den Unternehmen eignet sich die Seite aber nicht, da müsst ihr dann auf die eigentlichen Recherche-Seiten ausweichen. Zudem kann nicht frei abgegrenzt werden, es gibt beispielsweise nur "KBV kleiner 1", kleiner 0,7 kann nicht selektiert werden.

Zacks Stock Screener bietet ebenfalls viele Möglichkeiten, hier kann auch wieder frei abgegrenzt werden. Die Bedienung finde ich allerdings nicht optimal.

Morningstar.com bietet einen sehr guten Premium Stock Screener. Die Mitgliedschaft kostet allerdings ca. $200 pro Jahr. Darin enthalten sind ebenfalls exklusive Analysen, Berichte, ein Portfolio-Manager uvm. Die $200/Jahr sind also keine Bauernfängerei, sondern dort sind wirklich wertvolle Informationen zusammengefasst. Bei der Recherche hilft die Premiummitgliedschaft ebenfalls, da zusätzliche Daten verfügbar und bereits aufbereitet sind. Mühsame Excel-Arbeit und lange Recherchen zu den Zahlen entfallen also.

Die anschließende Recherche 

Sind nun nach langer Suche und erster Selektion ein paar Aktien übrig geblieben, dann geht es zur intensiven Recherche. Dazu eignen sich verschiedene Webseiten. Empfehlen kann ich ariva.de und morningstar.com. Hier bietet Morningstar auch ohne Premium gute Funktionen. Die Fundamentaldaten sind nur für die letzten fünf statt zehn Jahre frei verfügbar, das ist trotzdem eine gute Sache.

Bei Ariva ist der Reiter "Fundamental" hilfreich. Dort findet man je nach Datenbasis einen Überlick von Umsatz und Gewinn der letzten Jahre, sowie Kennzahlen wie KBV, KGV, ROE, ROI, Eigenkapitalquote, Dividendenrendite, Änderung des Working Capital, usw. Wirklich sehr viele Informationen sind vorhanden. Bei kleineren Aktien sind jedoch nicht immer alle Infos verfügbar.

Ariva.de - Apple Übersicht
Kompaktübersicht von Umsatz und Gewinn auf ariva.de 

Wählt man den Zeitraum "... kompakt", dann sieht man diese Übersicht. In den einzelnen Zeiträumen (z.B. 2008 - 2013) sind dann die Detailinformationen zu finden.

Auf Morningstar kann dann noch mehr ins Detail gegangen werden. Bilanz, GuV und Cash Flow sind hier übersichtlich und historisch zu finden. Oben bei "Search" den Namen des Unternehmens eingeben, dann sollte es gefunden werden. Danach nochmal auf den Namen klicken und fertig. Teilweise funktioniert die Suche jedoch nicht richtig, dann hilft die Suche bei einer Suchmaschine nach dem Unternehmensname und dem Zusatz "Morningstar.com".

Morningstar Financials - Apple
Fundamentaldaten von morningstar.com

Neben den Fundamentaldaten ("Financials") gibt es diverse Kennzahlen, Insider Transaktionen, die Dividendenhistorie, eine Übersicht der SEC-Filings usw., usw. Es gibt wirklich alles was das Herz begehrt.

Es kann auch direkt über die SEC nach den Geschäfts- und Quartalsberichten gesucht werden. Das funktioniert allerdings nur bei in den USA gelisteten Aktien.
Ansonsten ist die letzte Stufe der Recherchen, die Geschäftsberichte der Unternehmen zu lesen. Der kürzeste Weg dahin ist den Unternehmensnamen bei einer Suchmaschine mit dem Zusatz "IR" zu suchen, das steht für Investor Relations.

Fazit

Das Internet erleichtert die Suche nach Aktien enorm. Warren Buffett hat damals noch dicke Bücher mit Bilanzen und Kennzahlen der Unternehmen des S&P 500 gewälzt, die Zeiten sind vorbei. Der Vorteil von heute darf nur nicht zum Nachteil werden. Mittlerweile gibt es fast zu viele Informationen. Der Value Investor muss genau wissen wonach er sucht, ansonsten ist er verloren.

Interessante Unternehmen sind jederzeit zu finden, nur hängt die Qualität und Anzahl doch stark vom Gesamtmarkt ab. Bei einer pessimistischen Stimmung und niedrigen Kursen findet man viel eher günstige Unternehmen als zu Hochzeiten. Egal wie die Lage auch ist, der Value Investor muss sich seinen Prinzipien und Kriterien treu bleiben. Wenn es nichts Interessantes zu einem KBV von unter 0,7 gibt, dann gibt es eben nichts und man versucht es später wieder. Keinesfalls sollte man aber sagen: "Na ok, ein KBV von 1 ist auch ok".

Ich persönlich präferiere Aktien bekannter Unternehmen, mit einer möglichst hohen Marktkapitalisierung. Dann bin ich bei der Region auch eher flexibel. Gazprom aus Russland ist so ein Beispiel. Unbekannte Unternehmen aus Russland dagegen interessieren mich weniger, da mir das Risiko und der Aufwand der Recherche zu hoch sind.
Anders ist das bei deutschen Unternehmen. Da interessiere ich mich auch für kleinere Unternehmen, da die Recherche doch leichter fällt.
Anders gesagt, je größer das Unternehmen, je eher bin ich bereit für mich "exotische" Regionen oder Branchen zu erwärmen.

Ich hoffe der Artikel war hilfreich und hat euch gefallen.

Viel Erfolg auf dem Weg zum Value Investor.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Grundsätze des Value Investing

Um langfristig Erfolg als Value Investor zu haben, sind feste und einfache Grundsätze unabdingbar. Ein Kontinuität im Handeln und in der Bewertung von Situationen sind fester Bestandteil des Value Investing.

Wie schon in anderen Beiträgen erwähnt, ist der Kern des Value Investing der "innere Wert" eines Unternehmens und die langfristigen Aussichten. Hippe Wachstumsunternehmen wie Facebook, Tesla oder die Unternehmen der Dotcom-Blase im Jahr 2000, fallen damit fast immer aus dem Raster des Value Investors.

Die Grundidee ist $1 für $0,50 zu kaufen. Wem dieses Prinzip nicht einleuchtet, der wird die Gedanken hinter dem Value Gedanken wohl nie verstehen können.

Was man als Value Investor sucht, sind Unternehmen mit wenig Schulden, einer hohen Ertragskraft und vor allem einer zu niedrigen Bewertung an der Börse. Zudem muss eine "margin of safety" vorhanden sein. Das bedeutet, die Börsenbewertung ist deutlich geringer als der innere Unternehmenswert. Dadurch entsteht eine gewisse Sicherheit vor Bewertungsfehlern oder unerwartet negativen Ereignissen. Daher kauft man den $1 auch für $0,50 und nicht für $0,95.

Die Prinzipien sind von mir zusammengetragen. An der ein oder anderen Stelle sieht es vielleicht jeder Value Investor ein wenig anders. Aber ich bin mir sicher Benjamin Graham und Warren Buffett würden den zehn Prinzipien so zustimmen.

1. Langfristiges Denken

Würde man mit ruhigem Gewissen einschlafen, wenn die Börse für fünf Jahre schließt? Würde man bei fallenden Kursen Aktien nachkaufen wollen? Wenn man diese beiden Fragen mit JA beantworten kann und zudem seine "Hausaufgaben" bei der Recherche gemacht hat, dann steht dem Kauf der Aktie nichts mehr im Wege. Ein langfristiges Denken ist wichtig, um nicht in die Spekulations-Falle zu laufen. Spekulieren ist nichts schlechtes, doch muss man erkennen wann man spekuliert und wann man investiert.

2. Unternehmerisches Denken

Ein Value Investor kauft nicht einfach ein paar Aktien und hofft das der Kurs steigt. Nein, er wird Eigentümer des Unternehmens. Auch wenn die eigenen Stimmrechte unbedeutend sind, man handelt beim Kauf immer so, als würde man das ganze Unternehmen kaufen. Das abstrahiert das Denken und führt zu mehr Klarheit bei Entscheidungen.

Als Value Investor denkt man nicht kurzfristig (Dividenden), sondern man denkt langfristig und im Interesse des Unternehmens. Von langfristigem Wachstum hat der Aktionär mehr, als von einer kurzzeitig hohen Dividende, die zudem versteuert werden muss.
Geht es dem Unternehmen gut, geht es auch den Eigentümern (Aktionären) gut. Von daher ist es besser wenn Gewinne sinnvoll reinvestiert werden, statt als Dividenden ausgezahlt.

3. Mr. Market soll dienen, nicht befehlen

Die Idee von "Mr. Market" stammt von Benjamin Graham. Mr. Market kommt jeden Tag, oder sogar jede Stunde, zu einem und bietet für alle Aktien Preise - man kann kaufen oder verkaufen. Manchmal sind diese Preise zu hoch, manchmal zu niedrig. Wichtig ist, dass man sich nicht von Mr. Market befehlen lässt was zu tun ist, sondern ihn dann ausnutzt, wenn er zu hohe oder zu niedrige Preise anbietet. Wenn er euphorisch ist verkauft man, wenn er pessimistisch ist kauft man. So zumindest die allgemeine Regel.

Betrachtet man einzelne Unternehmen, dann gilt das nur bedingt. Auch in überbewerteten Märken kann es noch Schnäppchen geben. Wobei bei einem DAX von fast 9.000 und einem S&P 500 von 1.900 die Schnäppchen rar sind. Bei einem DAX von 6.000 sieht das wahrscheinlich wieder anders aus.

Lasst euch nicht von Mr. Market bei euren Entscheidungen beeinflussen. Ihr sollt ihn ausnutzen, nicht anders herum.

4. Abstand nehmen

Man denkt nicht in Tagen, Wochen oder Monaten, sondern in Jahren. Es ist also nicht hilfreich jeden Tag sein Portfolio zu prüfen. Damit verunsichert man sich nur selbst. Einmal im Monat das Portfolio auf Veränderungen zu prüfen reicht vollkommen aus. Entscheidungen (Kauf/Verkauf) treffe ich meist erst nachdem ich mindestens eine Woche darüber nachgedacht habe. Das verhindert spontane Entscheidungen, die selten gut sind beim Value Investing.

5. Margin of safety

Die margin of safety ist einer der wichtigsten Grundgedanken des Value Investing. Sie ist die Differenz zwischen innerem Wert eines Unternehmens und des Aktienkurses. Die margin of safety sollte möglichst groß sein. Der Value Investor kauft nicht oder nur ungern ein Unternehmen zu seinem inneren Wert. Er sucht immer nach Schnäppchen.

Ein solides und über Jahrzehnte etabliertes Geschäft, wie beispielsweise Coca-Cola oder McDonalds, wird es nicht oft zu einer attraktiven margin of safety geben. Bei Rückschlägen am Gesamtmarkt oder individuellen Problemen im Unternehmen selbst kann es trotzdem dazu kommen, dass auch solche Unternehmen -durch einen günstigen Preis- attraktiv für Value Investoren werden. Ich persönlich mag solche Blue Chips, da man ihre Produkte kennt und die Recherchen leichter sind. Es gibt aber auch Value Investoren, die lieber nach Nebenwerten suchen, da dort eher Schnäppchen zu finden sind. So oder so, eine margin of safety sollte vorhanden sein, egal ob Blue Chip oder Nebenwert.

6. Verluste vermeiden

Das klingt jetzt nach keinem besonders geheimen Tipp aber es ist wichtig zu verinnerlichen. Es ist nicht entscheidend bei steigenden Märkten besonders viel zu verdienen, sondern bei fallenden Märkten möglichst wenig zu verlieren. Wenn eine Aktie von 100€ auf 50€ fällt, dann sind das -50%. Um den alten Kurs wieder zu erlangen, muss die Aktie aber um 100% steigen. Daher, Verluste vermeiden. Am besten durch Unternehmen mit soliden Finanzen, wenig Schulden und einem Wettbewerbsvorteil.

In der Grafik sieht man was mit 100€ nach 10 Jahren in unterschiedlichen Szenarien passiert.

Drei Szenarien zum Thema: Vor Verlusten schützen

1. Die jährliche Rendite beträgt 10%. Im zehnten Jahr hat man 236€ und damit eine Rendite von 136%.

2. Im ersten Jahr verliert man -50%. Die folgenden neun Jahre hat man ebenfalls 10% Rendite pro Jahr. In diesem Fall ergeben sich am Ende mickrige 7€ Gewinn.

3. Statt im ersten, verliert man im fünften Jahr -50%. Das Ergebnis ist gleich zu Fall Zwei.
Ich denke hier wird deutlich, Verluste vermeiden ist wichtiger als Gewinne zu maximieren.

7. Disziplin und Geduld

Disziplin ist enorm wichtig. Man muss seinen (hoffentlich) realistischen Zielen und Erwartungen treu bleiben. Zudem darf man bei Durststrecken, die definitiv kommen, nicht vom Kurs abweichen. Weder steigende noch fallende Märkte oder Kurse sollte die eigenen Value Kriterien aufweichen oder verändern.

Geduld ist ebenso wichtig. Wenn der Markt überbewertet ist und alle anderen Gewinne machen, muss man geduldig bleiben und auf seinen Moment warten. Sind alle pessimistisch und die Kurse im Keller, dann ist Disziplin gefragt, also nicht vom Pessimismus anstecken lassen und bei den Juwelen zuschlagen. Es kann das Investment fürs Leben sein.

8. Chancen erkennen und nutzen

Der Value Investor weiß nicht, was der Markt oder einzelne Kurse in den nächsten Monaten machen. Er weiß aber zu welchem Kurs er zuschlagen muss. Bei einem Shiller-KGV von 27 für den S&P 500 ist für mich klar, dass der Index fallen wird. Dieses Jahr? Nächstes Jahr? Ich weiß es nicht, ich weiß aber, dass es passieren wird. Hier ist wieder Geduld und Disziplin gefragt.

9. Günstig kaufen, teuer verkaufen

Mit steigenden Kursen steigt auch das Risiko. Fallende Kurse hingegen lassen die Augen des Value Investors vor Freude leuchten. Dann ergeben sich meist die besten Einstiegschancen.

Ist ein Unternehmen zwar solide, an der Börse jedoch überbewertet, dann kann auch mit gutem Gewissen verkauft werden. Langfristig wird sich der Aktienkurs dem inneren Wert annähern und dann sind Kursverluste wahrscheinlich.

Sorgen muss man sich machen, wenn es dem Unternehmen schlecht geht, nicht wenn die Kurse fallen. Es ist ganz wichtig sich den Unterschied klar zu machen.

10. Eigene Recherchen durchführen

Wie im gesamten Leben gilt bei den Finanzen noch mehr: eigenes Wissen aufbauen.
Wieso beschäftigen sich Menschen tagelang mit der Auswahl des nächsten Smartphone oder fahren 3 km weiter zum Einkaufen um 0,20€ bei der Butter zu sparen, stecken aber keine Zeit in ihre Finanzen?

Ich persönlich erwarte nicht viel von meiner Rente in ca. 40 Jahren. Selbst vorsorgen zu müssen ist für mich klar. Und da reicht es nicht jeden Monat einen Betrag X auf dem Girokonto zu lassen. Wer sich beraten lässt, der beschäftigt sich wenigstens etwas mit dem Thema. Doch man sollte nie vergessen, Berater sind Verkäufer und nichts anderes, zumindest die "Berater" der Banken. Sie verdienen mit dem Verkauf von Produkten, nicht mit optimaler Beratung.

Aus 1.200€ Erspartem jedes Jahr, werden nach 40 Jahren 48.000€. Bei 2% Verzinsung pro Jahr sind es 26.000€ mehr. Die 2% im ersten oder zweiten Jahr, machen keinen nennenswerten Unterschied aber nach 40 Jahren, machen sich die 2% p.a. deutlich bemerkbar. Der Zinseszins-Effekt ist ganz wichtig.

Wie im Allgemeinen ist es mit Aktien. Wer Geld in Aktien steckt, der sollte sich selbst informieren. Besonders beim Value Investing ist das der Fall. Sich Tipps oder andere Meinungen einzuholen ist ratsam, es muss aber zum eigenen Konzept passen. Aktienrecherchen von Dritten müssen nicht schlecht sein, eigene Nachforschungen sind aber dringend zu empfehlen. Es gibt sehr gute deutsche und englische Seiten, die viele Daten bereits aufbereitet haben. KGV, KBV, Cash Flow, alles ist da, man muss es nur nutzen. Empfehlen kann ich ariva.de und morningstar.com.

Fazit

Mein Fazit lautet: Keep it simple. Value Investing ist zwar ein umfassendes Feld, ihr müsst aber keine Professoren sein, um ein erfolgreicher Value Investor zu werden. Einfache Grundsätze, Wissen der Fundamentaldaten-Analyse, Spaß am Recherchieren und vor allem Ruhe und Disziplin sind die Eckpfeiler des Value Investing. In diesem Artikel habe ich versucht die Grundregeln bzw. Prinzipien zusammen zu schreiben.

Seid ihr anderer Meinung oder habt Ergänzungen? Dann bitte einen Kommentar da lassen.

Viel Erfolg auf dem Weg zum Value Investor.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Cash Flow - Nur Bares ist Wahres

Cash Flow, oder Kapitalfluss, ist eine bedeutende Kennzahl in der Finanzanalyse eines Unternehmens. Der Cash Flow stellt den gesamten Geldfluss einer Periode im Unternehmen dar.

Was versteht man genau unter Cash?
"Cash and cash equivalents" oder zu Deutsch "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" sind Bargeld, Bankguthaben oder extrem kurzfristige Geldmarkpapiere. Der Einfachheit halber spricht man von Cash, meint aber "Cash and cash equivalents", also das Vermögen mit der höchsten Liquidität in einem Unternehmen.

Der Cash Flow zeigt unter anderem, in wie weit sich ein Unternehmen selbst finanzieren kann und wo es Geld einnimmt und ausgiebt. Im Gegensatz zum Gewinn, enthält der Cash Flow keine Abschreibungen oder Rückstellungen, sondern nur zahlungswirksame Geschäftsvorfälle.

Der Gewinn laut GuV kann komplett anders ausfallen als der Cash Flow, daher muss das gesamte Bild betrachtet werden. Eine solide Bilanz ist quasi eine Versicherung gegen unerwartete Risiken und hilft operative Schwächephasen besser zu überwinden. Der Cash Flow ist der "Blutfluss" im Körper des Unternehmens. Für den Investor ist ein möglichst hohes Eigenkapital zwar schön, doch am Ende erhält er seine Rendite (Dividende) aus dem Cash Flow. Bei Fremdkapitalgebern ist das genau so (Zinsen, Rückzahlungen). Der Investor profitiert selbstverständlich auch von Kurssteigerungen der Aktie, diese resultieren aber langfristig auch aus einem attraktiven Cash Flow.

Wenn ein Unternehmen für 100.000€ eine Maschine kauft und die Anschaffungskosten über 10 Jahre abschreibt, dann passiert folgendes. In der Bilanz entstehen Kosten von 10.000€ über die nächsten 10 Jahre (Abschreibungen). Somit sinkt der Gewinn jährlich um 10.000€. Das Geld muss jedoch sofort bezahlt werden, damit sinkt das Geldvermögen und der Cash Flow direkt um 100.000€. Andererseits wird der Cash Flow in den folgenden Jahren nicht durch die Abschreibungen belastet. Das ist einer der großen Unterschiede zwischen Ergebnis (GuV / Bilanz) und Cash Flow.

Es ist nicht wichtig alle Details und Fallstricke zu kennen oder den Cash Flow selbst berechnen zu können. Wir wollen ja keine Bilanzprüfer werden. Aber der Value Investor muss sich mit der Materie auskennen und in der Lage sein einen Jahresabschluss zu verstehen. Anfangs ist das mühselig und anstrengend aber wenn man einmal ein Basiswissen hat, macht es Spaß sich damit zu beschäftigen.

Einodnung

Der Cash Flow gehört zu den drei Säulen des Jahresabschluss. Die drei Säulen sind:
Bilanz: Hier werden die Vermögenswerte und ihre Finanzierung dargestellt.
Gewinn- und Verlustrechnung (GuV): Über die GuV wird der Jahresüberschuss (Gewinn) und damit die Veränderung des Eigenkapitals ermittelt.
Cash Flow: Stellt den Kapitalfluss dar. Es lässt sich erkennen wie das Geld verdient und wofür es verwendet wurde.
Nur alle drei Bestandteile des Jahresabschluss zusammen ergeben ein finanzielles Bild des Unternehmens.

Der Cash Flow ist der Saldo aus Einzahlungen und Auszahlungen einer Periode. Die Veränderung des Cash kann einfach in der Bilanz abgelesen werden (Veränderung Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente). Das gibt aber noch keinen Aufschluss, wofür das Geld ausgegeben und wie es eingenommen wurde. Theoretisch kann man die Berechnung des Cash Flow direkt über alle Ein- und Auszahlungen durchführen. Das Problem ist, dass die Daten meist nicht zur Verfügung stehen bzw. von den Unternehmen nicht veröffentlicht werden. Daher muss man einen kleinen Umweg gehen und den Cash Flow über den Jahresüberschuss errechnen. Freundlicherweise veröffentlichen alle Aktienunternehmen ihre Cash Flow Daten in den Geschäftsberichten. Um die Zahlen aber zu verstehen, muss man wissen wie sie errechnet werden.

Aus dem Jahresüberschuss, der in der GuV entsteht, werden alle nicht zahlungswirksamen Erträge und Aufwendungen herausgerechnet. Dazu gehören hauptsächlich Abschreibungen und Rückstellungen. Nun gibt es drei verschiedene Cash Flow. Den Operativen-, Investitions- und Finanzierungs-Cash Flow.

Operativer Cash Flow

Operativer Cash Flow (OCF) ist: Ergebnis aus der betrieblichen Tätigkeit, ohne Abschreibungen, Rückstellungen, Anlagenverkauf, latente Steuern und Working Capital Veränderungen. Diese Daten bekommt man aus der GuV und der Bilanz.

Das Working Capital (WC) ist eine weitere Kennzahl und die Differenz aus Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Das WC sollte positiv sein, da sonst Teile des Anlagevermögens kurzfristig finanziert sind.

Forderungen, also Rechnungen, die noch nicht bezahlt sind, zählen nicht zum Cash Flow. Das selbe gilt für Verbindlichkeiten. Zinsen und Steuern gehören zum operativen Cash Flow, nicht zum Cash Flow aus Finanzierung.

Der operative Cash Flow sollte deutlich Positiv sein. Von ihm werden idealer Weise die Investitionen und die Finanzierung des Unternehmens bestritten. Reicht der operative Cash Flow nicht aus, um die Investitionen oder die Kapitalgeber zu bezahlen, dann muss das Geld aus externen Finanzquellen kommen, also aus dem Fremdkapital.

Als Anschauungsbeispiel die Cash Flow Rechnung aus dem Geschäftsjahr 2013 der Bilfinger SE.

Operativer Cash Flow 2013 der Bilfinger SE
Operativer Cash Flow 2013 der Bilfinger SE
Der GuV Gewinn von 172,5Mio. € ist die Basis der operativen Cash Flow Rechnung. In diesem Wert sind Abschreibungen (193 Mio. €), Veränderung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten (-33 Mio. €), Working Capital Veränderungen (-99 Mio. €), etc. enthalten. Diese müssen alle vom Gewinn abgezogen werden, da sie nicht zahlungswirksam sind. Am Ende bleibt ein operativer Cash Flow von 162 Mio. €.

Cash Flow aus Investitionen

Der Cash Flow aus Investitionen ist der Zahlungsfluss im Investitionsbereich, also alles was dem Erwerb oder der Veräußerung langfristiger Vermögenswerte dient.

Dieser Cash Flow ist meistens negativ, da Investitionen Geld kosten aber keine direkten Erträge in der Cash Flow Rechnung bringen. Ein Teil des Investitions Cash Flow besteht aus CAPEX - CAPital EXpenditure. Das sind Ausgaben für langfristige Anlagegüter wie Maschinen, Fahrzeuge oder Gebäude.

Daneben gibt es Ausgaben für Investments, z.B. in Form von Beteiligungen oder Zukäufen von Unternehmen. Wozu die Abgrenzung? Investitionen in das Anlagevermögen sind von regelmäßiger Natur und nötig um die Geschäftstätigkeit aufrecht zu erhalten (alte Maschinen durch neue ersetzen). Investments in andere Unternehmen oder Zukäufe dagegen, sind grundsätzlich nicht notwendig um das Geschäft aufrecht zu erhalten.

Nun kann man den Free Cash Flow ausrechnen. Er ergibt sich aus dem operativen Cash Flow minus CAPEX. Der Free Cash Flow steht zur Verfügung, um die Eigentümer und die Fremdkapitalgeber zu bezahlen, Schulden zu senken, Zukäufe zu tätigen oder Aktien zurück zu kaufen.

Investitions Cash Flow 2013 der Bilfinger SE
Investitions Cash Flow 2013 der Bilfinger SE
Der CAPEX beträgt -170 Mio. € (Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen). Der Erwerb von Tochterunternehmen in Höhe von -246 Mio. € gehört nicht zum CAPEX, da diese Ausgaben nicht zur Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit dienen. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeiten beträgt -203 Mio. €.

Cash Flow aus Finanzierung

Der Cash Flow aus Finanzierung enthält alle Zahlungen an Dividenden, Tilgungen oder an die Fremdkapitalgeber (aber keine Zinsen). Auch Aktienrückkäufe gehören dazu. Ein negativer Cash Flow aus der Finanzierung muss nicht schlecht sein. Werden Dividenden gezahlt oder Aktien zurück gekauft, dann ist das ein gutes Zeichen. Werden allerdings die Schulden erhöht, dann scheint der operative Cash Flow nicht auszureichen um das Unternehmen mit Geld zu versorgen.

Finanzierungs Cash Flow 2013 der Bilfinger SE
Finanzierungs Cash Flow 2013 der Bilfinger SE
Der Cash Flow aus Finanzierung betrug -296 Mio. €.

Analyse am Beispiel Bilfinger

Was kann man an den Zahlen von Bilfinger nun erkennen?
1. Der OCF beträgt 162 Mio. € und liegt deutlich unter dem Vorjahr.
2. Der Free Cash Flow beträgt -8 Mio. € (162 Mio. € OCF - 170 Mio. € CAPEX). CAPEX sind in dem Fall Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Auszahlungen für Sachanlagen.
3. Es wurden 193 Mio. € Schulden getilgt aber nur 38 Mio. € neu aufgenommen. Dazu wurden 132 Mio. € Dividende gezahlt.

Unterm Strich bleibt stehen, Bilfinger konnte 2013 sein laufendes Geschäft fast aus den operativen Einnahmen finanzieren (leicht negativer Free Cash Flow). Die Verringerung der Zahlungsmittel von -337 Mio. € resultiert vorwiegend aus Zukäufen, Dividendenzahlungen und der Schuldentilgung.

Cash Veränderung 2013 der Bilfinger SE
Das Ergebnis ist nicht berauschend aber es besteht kein akuter Grund zur Sorge. Mittelfristig sollte aber wieder ein ausreichend positiver Free Cash Flow erreicht werden.

Bedeutung des Cash Flow für den Value Investor

Die zentrale und fast einzige Einzahlungsquelle eines Unternehmens ist die operative Tätigkeit. Dort wird das Geld verdient. Damit müssen nicht nur die operativen Ausgaben bezahlt werden, sondern bestenfalls auch die Investitionen und die Kapitalgeber (Eigentümer, Fremdkapitalgeber). Reichen die operativen Einnahmen nicht aus, so muss Fremdkapital aufgenommen werden, welches wiederum Zahlungen in Form von Zinsen und Tilgungen verursacht.

Am wichtigsten ist ein positiver Free Cash Flow, der für das Wachstum des Unternehmens und die Eigentümer zur Verfügung steht. Ist das nicht der Fall, muss das Unternehmen Schulden aufnehmen.
Ist der gesamte Cash Flow negativ, so muss das nichts schlechtes sein. Zum Beispiel wenn Schulden zurückgezahlt werden.

Es gibt viele Möglichkeiten den Cash Flow auszuwerten. Für mich ist die wichtigste Kennzahl der Free Cash Flow. OCF minus CAPEX und fertig. Das geht schnell und man kann mit dem Ergebnis etwas anfangen. Reicht der Free Cash Flow für Dividenden, Schuldentilgung und Investitionen / Wachstum? Wenn ja, dann ist alles gut und man muss sich nicht bis in das letzte Detail mit dem Cash Flow beschäftigen. Reicht der Free Cash Flow allerdings nicht aus, dann ist die Ursache zu suchen. Zu viele Schulden? Operativer Einbruch? Ist ein hoher CAPEX nötig um das Geschäft aufrecht zu erhalten?

Schlussworte

Der Cash Flow und dessen Analyse sind keine leichten Themen aber der Value Investor muss sich damit auseinander setzen. Und nach ein wenig einlesen ist es auch kein Hexenwerk mehr. Ich habe versucht in diesem Beitrag mein Wissen zu Teilen. Es gibt noch viele zusätzliche Informationen im Internet zu dem Thema aber als eine Einführung reicht das erstmal. Wer noch mehr wissen möchte, dem kann ich Investopedia empfehlen, die haben viele gute Artikel und Erklärungen.

Was man defintitiv mitnehmen kann, ist die Komplexität der Unternehmensanalyse. Es ist aber kein schwarzes Loch. Wer sich mit Themen wie Bilanz, Cash Flow, Buchwert oder Jahresabschluss beschäftigt, der ist auf dem besten Weg zum Value Investor.

Es sind alle Informationen verfügbar, die Schwierigkeit ist sie zu bewerten und zu gewichten. Viele Börsenseiten bieten die diversen Kennzahlen für fast alle Aktien weltweit an, doch wer nicht weiß was sie genau bedeuten und was dem Value Gedanken entspricht, der kann damit wenig anfangen. Zumal manche Kennzahlen unterschiedlich berechnet werden können, verlasst euch also nicht blind darauf.

Eigene Recherchen und Analysen sind der einzige Weg, den man als Value Investor gehen kann. Wer sich von Institutionen (Banken, Vermögensberater) leiten lässt, die nur damit verdienen, dass sie Gebühren bekommen, der ist schlecht beraten. Gegen einen Indexfond (ETF) ist nichts einzuwenden, auch ein Sparplan zur regelmäßigen Einzahlung ist gut. Es müssen ja nicht immer einzelne Aktien sein. Von Union-Investment-Fonds oder ähnlichem halte ich jedoch nichts. Welcher Fond hat nach 20 Jahren noch eine gute Performance? Sehr wenige, wenn es sie überhaupt noch gibt.

Ich hoffe euch hat der Artikel gefallen, Kritik bitte als Kommentar da lassen. Danke.


Viel Erfolg beim Investieren, nobody.

Freitag, 3. Oktober 2014

Einführung zum Thema Value Investing

In diesem Beitrag möchte ich etwas zum Verstehen des Value Investing beitragen. Im nächsten Beitrag, den ich noch veröffentlichen möchte, geht es um den Cash Flow. Cash Flow ist ein relativ komplexes Thema, bei dem ein gewisses Vorwissen benötigt wird. Daher vorher etwas zur Einführung.

Zur Einführung in das Thema Value Investing gibt es ein klasse Video, dass die Grundlagen und Grundsätze einfach und praktisch erklärt. Das Video ist sowohl für Einsteiger in das Thema Investing, als auch für Fortgeschrittene, geeignet. An einem einfachen Beispiel werden Bilanz, GuV und Aktien erklärt. Dazu werden Investmentgrundsätze erläutert, die denen des Value Investing gleichen.

Ich hatte das Video schon gesehen, es aber auch ein zweites Mal geschaut. Für mich ist es nicht nur wichtig das eigene Wissen zu erweitern, sondern sich die Grundsätze des Value Investing immer wieder vor Augen zu führen.

Die Grundsätze und Grundlagen sind nicht kompliziert aber sie sollten einem ständig bewusst sein. Man muss immer wieder dazu kommen, von oben auf die Dinge zu schauen und seine Prinzipien zu verfolgen, statt sich zwischen Kennzahlen zu verlieren. Das große Ganze im Blick zu haben ist -für den Value Investor und seinen persönlichen Erfolg- entscheidend.

Hier das Video, welches die knapp 45 min Zeit wirklich wert ist.


Viel Erfolg auf dem Weg zum Value Investor.